Ihr Lieben, hier wird bald dicht gemaccht. Danke für eure Treue und vielleicht liest man sich ja bald irgendwo wieder. Grüßle euer Blümchen Ela

Dienstag, 16. Januar 2018

Leseproben-Zeit beim Sonnenblümchen mit Katharina Mosel




Und damit habe ich euch heute wieder einmal eine wundervolle Leseprobe ergattert. Dieses Mal bekommt ihr einen kleinen Einblick in den Roman „Vier mal Frau“ von Katharina Mosel. 



Vorher möchte ich euch noch den passenden Buchtrailer, welchen mir die Autorin ebenfalls als Link mitgeschickt hat, hier einstellen:




Und nun ist hier die versprochene Leseprobe für euch. Viel Spaß dabei und lieben Dank an Katharina dafür.

Leseprobe:

Vier Mal Frau



Cecilia kam in die Küche. »Haben wir dich mit unserem Gezänk vertrieben? Hoffentlich nicht. Dabei bist du doch heute diejenige, um die wir uns kümmern wollen. Komm, lass mich das nehmen.« Sie nahm ihr das Besteck und die Teller aus der Hand. »Hast du beim Pizzadienst angerufen? Ich muss dringend etwas essen, sonst bin ich gleich betrunken.« Mona folgte ihr ins Wohnzimmer, nachdem sie vorher noch eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank geholt hatte.
»Oh«, meckerte Julia, als sie die Wasserflasche in Monas Hand sah. »Gibt es jetzt nur noch Wasser, und das heute, wo ich eine Fahrerin habe, die mich abends nach Hause bringt? Das ist doch nicht dein Ernst, oder?«
»Jetzt mach mal halb lang,« erwiderte Mona. »Die Pizza kommt gleich und zumindest ich kann nicht nur Sekt trinken, aber bediene dich. Im Kühlschrank stehen noch zwei Flaschen. Und wenn die geleert sind, habe ich noch Wein. Alles, was wir heute trinken, muss nicht mehr mit umziehen. Übrigens könnt ihr heute gerne hier schlafen. Die eingepackte Bettwäsche finde ich bestimmt schnell und Cecilia kann dann auch mehr trinken. Oder muss eine von euch morgen ganz früh raus?«
»Mit ›eine‹ kannst du nur Julia meinen. Du weißt doch, dass ich vor zehn Uhr nicht anfange.« Cecilia arbeitete vormittags als Führerin im Völkerkunde-museum, nachmittags und abends gab sie Yogaunterricht.
»Ich habe morgen früh keine Termine und kann daher ausnahmsweise später ins Studio kommen. Wir können uns also einen richtigen Mädelsabend machen. Alkohol gibt es wohl genug und die Pizza kommt gleich. Fehlen eigentlich nur noch Chips und Gummibärchen und am späteren Abend vielleicht ein Softporno. Der Fernseher steht ja noch da, bei welchem Streamingdienst bist du denn?«
»Das meinst du doch wohl jetzt nicht wirklich ernst, oder?« Mona war wirklich entsetzt.
Sie hatte noch nie im Leben einen Pornofilm an-gesehen.
Ob sie das den Freundinnen anvertrauen sollte? Sie merkte, wie sie rot wurde.
»Julia, nicht jeder denkt über Sex so wie du. Schau mal, Mona ist das peinlich.« Cecilia stellte das Geschirr auf den Couchtisch und trat neben ihre Freundin. Julia hatte es sich auf dem Sofa gemütlich gemacht und spielte mit ihrem Wasserglas.
»Natürlich meine ich das ernst. Heute beginnt für dich ein neues Leben, das hast du selber gesagt. Warum soll das neue Leben nicht mit einem knackigen Männerarsch beginnen, gebannt auf Zelluloid?«
»Julia, also wirklich!« Cecilia kicherte.
Mona setzte sich langsam in den Sessel und musterte die Freundinnen. Sie hatte den beiden in den letzten Monaten alle Einzelheiten der Trennung berichtet, hatte mit ihnen geheult und gelacht, da konnte sie nun auch die letzten Geheimnisse noch ausbreiten. Sie griff nach ihrem Sektglas und trank es in einem Zuge leer. Dann holte sie tief Luft. »Ich habe noch nie einen Pornofilm gesehen und noch nie mit einem anderen Mann als Lars geschlafen. So, jetzt wisst ihr über mich Bescheid.«
Cecilia setzte sich neben Julia auf das Sofa und schob sie ein wenig zur Seite. Beide sagten kein Wort und sahen Mona stumm an.
Nach einer für Mona gefühlten Ewigkeit brach Julia in ein schallendes Gelächter aus. Als sie sich beruhigt hatte, sagte sie: »Oh mein Gott. Du willst sagen, dass du seit über einem Jahr keinen Sex mehr hattest? Es wird wirklich Zeit, dass du nach Hamburg kommst. Wir finden da schon einen Partner für dich.«
»Ich will keinen Partner, ich bin froh, wenn ich erst einmal alleine lebe.«
Mona setzte ihr Glas geräuschvoll auf dem Tisch ab.
»Mona, Schätzchen«, mischte sich Cecilia mit ruhiger Stimme ein. »Sie meint Sexpartner, nicht Lebenspartner. Und da bin ich ausnahmsweise einmal ihrer Meinung. Ein regelmäßiges Sexleben ist wichtig für die Gesundheit.«