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Montag, 15. Dezember 2014

"Autoren erzählen..." Bettina Kiraly

http://sonnenblumentraumwelt.blogspot.de/2014/09/autoren-erzahlen.html
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Und schon haben wir mitte Dezember und bald ist Weihnachten, auch die letzte Autorenvorstellung habe ich euch dann für dieses Jahr noch mitgebracht.



Das Wort hat damit Bettina Kiraly:





Zuerst einmal Danke für die Möglichkeit zur Vorstellung, die du den Autoren hier bietest. Vielleicht interessiert ja den einen oder anderen, wer hinter dem Namen Ester D. Jones, Betty Kay oder Bettina Kiraly steckt.



Ich bin nämlich mit mehreren Namen im Internet unterwegs. Nach meiner Geburt 1997 bin ich in Niederösterreich aufgewachsen und lebe hier mit meiner Familie noch immer. Erst das Lesen und etwas später auch das selbst Schreiben hat einen wichtigen Platz in meinem Leben. Seit 2007 habe ich vierzehn Romane veröffentlicht und nenne mich stolz Selfpublisher. Um Verwirrungen zu vermeiden, trenne ich mit meinen unterschiedlichen Pseudonymen die verschiedenen Genre, in denen ich schreibe.





Unter Ester D. Jones (Autorenhomepage: http://esterjones.jimdo.com/) sind die drei Historischen Liebesromane „Das Geheimnis von Rosewood“, „Des Verführers Gast“ und „Im Wettstreit der Gefühle“ erschienen.



Unter dem Pseudonym Betty Kay (Autorenhomepage: www.betty-kay.at) habe ich die vierteilige Mystery-Krimireihe „Mystic Wings“, die Kurzgeschichtensammlung im Pixieformat „In Arbeit“ und die dreiteilige Mystery-Erotikromanreihe „Adolescentia Aeterna“ samt Vorgeschichte veröffentlicht.



Meinen Real Name Bettina Kiraly (Autorenhomepage: www.betty-kay.at) habe ich für meine zwei kürzlich erschienenen Romane „Gefährliches Herz“ und „Das Geheimnis des Komponisten“ verwendet.



Gemeinsam haben alle meine Romane trotzdem etwas: sie handeln von starken, außergewöhnlichen Frauen, die dem Schicksal trotzen und um ihr Stück vom Glück kämpfen. Meine beiden letzten Bettina Kiraly-Romane möchte ich euch nun gerne näher vorstellen.



Gefährliches Herz - Der etwas andere Liebesroman ist im September 2014 bei Forever by Ullstein als E-Books für alle gängigen Shops erschienen.



Johanna führt kein normales Leben. Sie ist kleptomanisch und nymphomanisch veranlasst und lässt keine Gefühle zu. Lediglich der Polizist Stephan schafft es, einen winzig kleinen Riss in ihrem Schutzwall zu verursachen. Durch den Tod ihrer Mutter ist Johanna gezwungen, in ihr Heimatdorf zurückzukehren. Welches Geheimnis verbarg ihre Mutter? Wer steckt hinter den aufkommenden Drohungen gegen Johanna? War der Tod ihrer Mutter wirklich ein Unfall? Schließlich muss Johanna feststellen, dass ihr eigenes Herz die größte Gefahr für ihren Schutzpanzer darstellt. Johannas Gefühle für ihre Jugendliebe Robert beginnen wieder zu lodern. Doch Stephan gibt nicht so schnell auf und passt weiterhin auf Johanna auf. Was muss passieren, um Johanna zum Umdenken zu bringen und ihre Verhaltensweisen zu ändern?



Im Buchtrailer (https://www.youtube.com/watch?v=JjOinW6ggAA) habe ich versucht, die Stimmung des Romans einzufangen. Das erste Kapitel des Romans habe ich in einem Video (https://www.youtube.com/watch?v=vCGF84MQpGE) eingelesen, aber ich habe noch eine Leseprobe für euch:


Magdalena betrachtete die Bodylotion in ihrer Hand. Doch statt die Liste der Inhaltsstoffe durchzulesen, wie es den Anschein hatte, kontrollierte sie aus den Augenwinkeln, ob sich jemand in der Nähe befand. Wie ein Panther auf der Lauer.

Ihr Herz klopfte schneller, und das rasch pulsierende Blut in ihren Adern putschte sie auf. Alle ihre Sinne waren geschärft. Sie hörte die Musik und die Gespräche der anderen Kunden in dem kleinen Laden überdeutlich laut. In der durch geweitete Nasenlöcher eingesogenen Luft konnte sie den Geruch der Kosmetika, der Waschmittel und des Schweißes der Angestellten unterscheiden.
 
Diese Phase genoss sie in vollen Zügen. Genau dafür nahm sie die Risiken in Kauf. Diese Vorfreude, das Zittern und Beben ihrer Nerven. Ekstase, die ihren Körper zum Glühen brachte. Der Moment, in dem die Gefahr am größten war. Und dann das Hochgefühl, das nie lange genug andauerte.

Sie stellte die Bodylotion zur Seite und griff mit einer schnellen Bewegung nach der Flasche Parfum, die einen halben Meter weiter rechts stand. Im Wegdrehen ließ sie den Behälter in die Tasche ihrer Jacke gleiten. Dabei handelte es sich um einen eingeübten Ablauf.
Heute jedoch verfing sich der breite Verschluss des Parfums in der Taschenöffnung. Magdalena zerrte an den Nähten und versuchte, ihr Verhalten nicht hektisch wirken zu lassen. Doch die Flasche wollte und wollte nicht in ihrer Jacke verschwinden. Sollte sie ein ähnliches Produkt auswählen? Auf ein anderes Parfum umsteigen?
 
Sie versuchte, die Flasche in ihrer Handfläche zu verbergen, und wechselte sie in die Linke. Endlich konnte sie das Parfum in ihrer anderen Jackentasche verschwinden lassen.
Beiläufig ließ sie ihren Blick in beide Richtungen schweifen, doch sie schien Glück zu haben. Niemand beobachtete sie. Das gemächliche Schlendern zum Ausgang des Ladens fiel ihr schwer. Ihr Herz klopfte so laut, dass sie ihre eigenen Schritte nicht mehr hören konnte.
Ein Fuß trat über die Schwelle, der zweite folgte. Magdalena stieß die Luft aus. Sie kam unbehelligt aus dem Laden. Sie war in Sicherheit.
 
Plötzlich spürte sie eine Hand auf ihrer Schulter.
 
„Ich glaube, Sie kommen besser mit mir mit. Sie haben etwas, das mir gehört.“
Magdalenas Kopf fuhr ruckartig herum. Neben ihr war ein Mann mit weißer Schürze aufgetaucht. Eindeutig der Besitzer des Ladens. Sie war ertappt.

„Was meinen Sie?“

„Die Flasche Parfum in Ihrer Jackentasche, junge Frau.“

Sie atmete tief durch und bemühte sich die Gesichtsregungen zu zeigen, die von einer schuldbewussten Sünderin erwartet wurden.

„Ich wollte das Parfum doch nicht klauen! Die Ständer hier auf der Straße haben mich interessiert. Sobald ich mir die anderen Düfte – wozu ich beide Hände brauche – angesehen hätte, hätte ich das Parfum normal bezahlt.“

Ein Blick ihres Gegenübers genügte, um sie die ungläubige Verachtung des Ladenbesitzers spüren zu lassen. Das war nicht ihre Woche. Zuerst der Misserfolg in der U-Bahnstation, die unlösbare Aufgabe des Einbruchs und jetzt das.
 
„Verkaufen Sie mich nicht für dumm, junge Dame. Ich habe Sie bereits öfter gesehen. Und es würde mich überraschen, wenn Sie sich nicht schon ein paar Mal bei mir bedient hätten.“ Der Mann mit dem runzeligen, verhärmten Gesicht griff nach ihrem Oberarm und zog sie ins Innere des Ladens. Magdalena versuchte es mit einem Lächeln.
 
„Das stimmt nicht. Sie müssen mich verwechseln. Kommen Sie, das ist nur ein Missverständnis.“

„Wo kämen wir da hin, wenn ich das jedem durchgehen ließe, der sich herauszureden versucht. Ich habe schließlich einen Laden zu führen und eine Familie zu ernähren.“
„Aber ich habe grad mal einen Schritt aus dem Geschäft gemacht. Das ist kein Diebstahl.“
„Soll ich etwa warten, bis Sie verschwinden, und Ihnen nachlaufen, damit andere Diebe in Ruhe die Regale ausräumen können? Dann kann ich gleich Konkurs anmelden.“ Sein Blick blieb stur. „Und jetzt muss ich telefonieren.“
 
Sie konnte ihn nicht davon abhalten, die Polizei zu verständigen, auf die sie unter seiner Beobachtung neben der Kasse wartete. Während das Blut siedend heiß durch ihren Körper floss, versuchte sie, ihre Angespanntheit und die Frustration unter Kontrolle zu bringen.
Ärgerlich genug, dass sie erwischt worden war. Als sie die Ankunft der beiden Polizisten bemerkte, ahnte sie, dass ihre Probleme größer waren als gedacht. Sie starrte den linken Gesetzeshüter an.
 
Die blonden, strubbeligen Haare, die honigbraunen Augen, die Narbe über der linken Augenbraue, der Dreitagebart. Bilder schossen ihr durch den Kopf von zwei eng umschlungenen, nackten, schweißglänzenden Körpern. Allein bei der Erinnerung wallte Erregung in ihr hoch. Schade, dass es nicht noch einmal geschehen würde. Diese Tatsache hatte ihre damalige Eroberung, die sich nun als Bulle entpuppte, schlecht aufgenommen. Er war vom Verlauf des Abends enttäuscht gewesen. Würde er nun Rache an ihr üben?
Der Gesetzeshüter hatte sie erkannt, kurz nachdem er den Laden betrat. Sie bemerkte es an der Verblüffung auf seinem Gesicht. Er wandte sich an seinen Kollegen und schien ihm etwas mitzuteilen. Vielleicht dass er wusste, wer sie war?

„Hallo, Magdalena“, begrüßte sie der Polizist schließlich und lächelte sie an. „Das nenne ich eine Überraschung.“ Der Ausdruck in seinen Augen zeigte ihr, dass er gerne eine Erörterung ihrer Beziehung vor seinem Kollegen vermieden hätte. Das war auch in ihrem Interesse.
Sie hatte nicht erwartet, ihn jemals wiederzusehen. Er hatte sich sogar ihren Namen gemerkt. Ihr Zusammentreffen vor drei Wochen und ihre … gemeinsame Tätigkeit waren als einmalige Sache geplant gewesen. Keine Wiederholung, lautete ihre sechste Regel. Und nun lag ihr Schicksal in seinen Händen.

Wie hatte sein Name gelautet? Normalerweise fragte sie nicht nach dem Namen der Männer, aber er hatte ihn ihr mit seiner Telefonnummer mehrmals mitgeteilt. Als würde sie ihn eher anrufen, wenn sie wusste, wie er hieß! Irgendetwas mit S … Stephan!

„Wie schön, dich zu sehen, Stephan“ murmelte sie.

Stephans rechte Augenbraue hob sich. Er drehte sich zu dem Ladenbesitzer um. „Wieso haben Sie uns angerufen?“

„Diese junge Dame wollte ein Parfum stehlen“, meinte der Mann mit der Schürze und reichte dem Polizisten das Corpus Delicti. „Ich habe sie auf frischer Tat ertappt.“



Das Geheimnis des Komponisten - Ein Abenteuerroman mit wahrem historischem Hintergrund ist seit Mitte Oktober 2014 als E-Books und print-Ausgabe in allen Shops erhältlich.



Die Marseillaise, die tatsächlichen Gerüchte über ihren wahren Komponisten und die fiktive Geschichte eines Mannes auf der Suche nach Wahrheit.

Der Ruppersthaler Komponist Ignaz Joseph Pleyel ist der wahre Komponist der Marseillaise! Zeit seines Lebens hat Professor Christian Obermann versucht, diese Theorie zu beweisen, und nun scheint endlich die Originalpartitur der Marseillaise gefunden worden zu sein. Der Professor soll für einen mysteriösen Fremden ein Gutachten mit dem Inhalt erstellen, dass es sich bei der Handschrift um die von Ignaz Joseph Pleyel handelt.

Sara Obermann teilt mit ihrem Vater nur die Liebe zur Musik. Trotzdem macht sie sich auf die Suche nach ihrem verschwundenen Vater. Kann Sara den Motiven des attraktiven Privatdetektivs trauen, der ihr seine Hilfe anbietet? Warum schweben durch das Rätsel plötzlich Menschen in Gefahr?



Auch für diesen Roman habe ich einen Buchtrailer (https://www.youtube.com/watch?v=dpRjz4i_EcY) erstellt und das zweite Kapitel eingelesen (https://www.youtube.com/watch?v=rJ_1cNPdMio). Und natürlich habe ich euch eine Leseprobe mitgebracht:


„Hattest du bei der Einkaufstour dein Gehirn daheim vergessen, oder hast du einen Auftritt in einem Bordell organisiert?“ Sara hielt das schwarze Kleidungsstück hoch, das ihr Kollege ihr in die Hand gedrückt hatte. „Wo hast du diesen Fetzen her, Michail?“
Michail seufzte. „Dieses Spitzenteil eines italienischen Designers stammt aus einer Nobelboutique und hat ein Heidengeld gekostet. Sieh es als verspätetes Geburtstagsgeschenk.“
Sara schüttelte den Kopf. „Ein Designerstück in diesem auffällig unauffälligen Sack ohne Logo?“ Mit spitzen Fingern griff sie nach der schnörkellosen, schwarzen Plastiktüte. „Solche Tüten kriegt man nur in Sexshops. Du kannst nicht verlangen, dass ich diesen besseren Gürtel auf der Bühne trage. Damit können sogar die Männer an den Tischen in der hintersten Reihe die Farbe meiner Unterwäsche erkennen.“
„Du übertreibst, Sara. Anna hat das Kleid in einer Auslage entdeckt. Sie ist wie ich der Meinung, dass du dich ein wenig figurbetonter kleiden könntest.“
Hatten die beiden denn kein anderes Gesprächsthema? „Das entscheide ich wohl selbst.“
„In deinen Blusen und Hosenanzügen wirkst du aber wie eine alte Jungfer. Ein Stilwechsel schadet dir bestimmt nicht.“
„Ich ziehe genauso oft Röcke an. Aber mit diesem Mitbringsel freunde ich mich nicht einmal an, wenn es ein superschlankes Profimodel auf dem Mailänder Laufsteg trägt!“
„Jetzt atme erst einmal tief durch. Die Jungs bekommen schon Angst vor dir.“
Tatsächlich wirkten die anderen Bandmitglieder, als würden sie erwarten, dass Sara jede Sekunde Michail die Augen auskratzte. Was gar nicht so abwegig war.
„Sieh dir das Kleid genauer an“, forderte Michail. „Der Saum endet knapp über dem Knie. Es ist eng geschnitten, aber das kannst du dir leisten. Also freu dich einfach, dass du dieses edle Teil jetzt in deinem Kleiderschrank hast.“
Tatsächlich blieb Saras Blick in Modezeitschriften oft an ähnlichen Modellen hängen. Doch Michail und Anna hatten kein Recht, Sara zu drängen, in diesem Kleid ihren nicht ganz perfekten Körper dem schonungslosen Scheinwerferlicht auszuliefern. Regungslos starrte Sara ihn an.
„Wenn wir Erfolg haben wollen, muss alles stimmen, Sara. Die Leute sollen neben der Musik auch wegen deinem Aussehen unsere Auftritte besuchen. Es ist nur zum Besten der Band, wenn du deine Vorzüge unterstreichst.“
Alexander, Niklas, Sebastian und Vladimir schlichen hinter Sara ins Gasthaus. Jämmerliche Waschlappen!
„Jawohl, zu eurem Besten“, stellte Sara klar. „Wenn ich diesen Fummel auf der Bühne trage, konzentriert ihr euch niemals nur auf die Musik!“
Michail traten fast die Augen aus den Höhlen. „Du kannst sicher sein, dass wir kein Interesse haben, dir die ganze Zeit auf den Hintern zu starren. Du wirkst nicht gerade dem Playboy entsprungen.“
Er hätte sie gleich ohrfeigen können. Sie wandte sich ab und schnappte sich ihre Handtasche.
„Warte, Sara“, bat Michail.
„Daran habe ich kein Interesse“, murmelte sie und marschierte aus dem Probenraum.


Noch zwei U-Bahnstationen bis nach Hause, wo sie den missglückten Verlauf der Musikprobe hoffentlich rasch vergessen konnte.
Beiläufig rieb Sara mit ihrer Hand über ihren Nacken. Die kalte Faust der Enttäuschung in ihrem Magen lockerte sich. Stattdessen spürte sie ein Kribbeln in ihrem Genick. Sie konnte sich den plötzlichen Eindruck, beobachtet zu werden, nicht erklären. Sie blickte sich nach allen Seiten um, konnte aber nichts Auffälliges entdecken.
Langsam kühlte ihre Wut auf Michail ab. Es war ihr klar, dass sie ihm mit der gleichen Gewissheit vergeben würde, wie er den Streit morgen Früh vergessen hatte. Außerdem handelte es sich bei dem Kleid anscheinend um ein wirklich großzügiges Geschenk. Schade, dass sie die Tüte stehen lassen hatte. Sobald sie zu Hause angekommen war, würde sie Michail anrufen und die Sache klären. Sie würde Michail die Gelegenheit geben, sich zu entschuldigen, bevor er nicht mehr wusste, was er überhaupt gesagt hatte.
Neuerlich glaubte Sara, ein körperloses Tasten auf ihrer Haut zu spüren. Von den Heimwegzombies in ihrem Waggon versteckten einige ihre Gesichter hinter hochgehaltenen Zeitungen. Andere sahen regungslos aus dem Waggonfenster oder auf die Werbeanzeigen an den Wänden.
Dann blickte Sara direkt in die Augen eines jungen Mannes. Als er bemerkte, dass sie ihn entdeckt hatte, hoben sich seine Lippen zu einem leichten Lächeln. Seine Augenbraue zuckte in einer auffordernden Geste.
Sara bedachte ihn mit einem finsteren Blick und senkte den Kopf. Sie hatte kein Interesse an einer Bekanntschaft mit dem Kerl.
In Wien Mitte verließ sie die U-Bahn-Station. Dreihundert Meter von der Station bis zu ihrer Wohnung. Endlich das Haus, in dem sie wohnte. Durch die Haustür eilte sie ins Treppenhaus und hinauf zu ihrer Wohnung. Drinnen angekommen sperrte sie hinter sich ab, schob den Sicherheitsriegel vor und lehnte sich gegen die Tür. Ihre Furchtsamkeit in den letzten Tagen ärgerte sie.
Sara beschloss, ein Bad zu nehmen. Sie würde Kerzen anzünden und sich etwas Süßes mit in die Wanne nehmen. Und ein Buch. Danach ging es ihren überstrapazierten Nerven sicherlich besser.
Mit einem tiefen Seufzer machte sie sich auf den Weg ins Badezimmer und ließ das Wasser ein. Ein paar Tropfen des Kokosschaumbades füllten innerhalb kürzester Zeit den Raum mit ihrem tropischen Duft.
In der Küche zündete sie eine Kerze an. Dann nahm sie das Bild ihrer Mutter aus der Handtasche. Es handelte sich um das einzige Foto der jungen Frau, das ihr geblieben war. Mit den Fingerspitzen tastete sie über das Gesicht ihrer Mutter, versuchte eine Verbindung in die Vergangenheit aufzubauen. Es wollte ihr nicht gelingen. Sie legte das Foto auf der Arbeitsplatte ab.
Sie kehrte zurück ins Badezimmer, um die Wassertemperatur zu überprüfen. Anschließend wollte sie ein gutes Buch aus dem Bücherregal im Wohnzimmer holen.
Soweit kam sie nicht.
Ein seltsamer Geruch drang an ihre Nase, der sie an ein knisterndes Kaminfeuer erinnerte. Sie eilte in die Küche.
Die Kerze war umgefallen, und nun stand ein Stapel Notenblätter in Flammen. Michails neueste Kompositionen, die sie für ihn durchsehen sollte. Noch hatte das Feuer nicht auf die Vorhänge übergegriffen. Als sie sich nach einer Möglichkeit umsah, das Feuer zu löschen, fiel ihr Blick auf einen Gegenstand, der bereits von den ersten Flammen umzüngelt wurde. Das Foto ihrer Mutter!
Sie machte einen Schritt auf das Feuer zu und griff nach dem Bild. Sie warf das Foto und die Partitur in die Spüle und ließ Wasser darüber laufen. Damit war die Brandgefahr erst mal gebannt.
Wenn sie eine Minute später in die Küche gekommen wäre, hätte sie das Feuer nicht mehr löschen können. Es wäre gefährlich geworden - für sie und ihre Wohnung. In ihrem Kopf herrschte plötzlich rot gefärbte Leere, die im Rhythmus ihres Herzens pulsierte.
Verdammt! Reiß dich zusammen!
Sie besah den Schaden. Etwas Wachs war über die Arbeitsplatte der Küche geflossen, würde sich aber leicht entfernen lassen, sobald es abgekühlt war. Lediglich ein zehn Zentimeter großer Brandfleck blieb auf der Arbeitsplatte zurück.
Ein Dreier im Feuerlotto. Man bekommt ein nettes, kleines Feuerchen, aber es reicht nicht, um mit dem Geld von der Versicherung die Küche zu renovieren.
Michails Partituren hatte es schlimmer erwischt. Von den dreißig Blättern war ein Drittel vollständig verbrannt oder zumindest so weit zerstört, dass Sara die Noten darauf nicht mehr erkennen konnte.
Sara betrachtete das Foto ihrer Mutter, das deutliche Spuren von der Hitze davongetragen hatte. Das Bild war gewellt und an einigen Stellen verkohlt. Sara konnte lediglich die Umrisse ihrer Mutter erkennen.
Eine einzelne Träne suchte sich einen Weg über ihre Wange.




Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit!


~~~

Und ich bedanke mich ebenfalls ganz lieb bei dir, liebe Bettina, für deinen tollen Beitrag zu meiner Autorenblogaktion und hoffe damit dich mehr Lesern nahe gebracht zu haben.
 

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Grüßle Ela das Sonnenblümchen ☼